Pfarreiengemeinschaft

Wupperbogen-Ost

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Hallo miteinander,

nun ist es also so weit: Heute versenden wir zum letzten Mal unseren täglichen Newsletter und ich darf den letzten Impuls für diesen schreiben. Keine Sorge: Wir werden nicht von der Bildfläche verschwinden. Lediglich die Taktung unseres Newsletters wird sich etwas verändern, wird uns etwas mehr Zeit lassen für das, was nun mehr und mehr wieder unsere Aufgabe ist und wird: Gottesdienste, Hochzeiten, Taufen, Gremiensitzungen, Gruppentreffen, Chorproben, Kinderbetreuung und Jugendarbeit. Dass dies alles kein „normal wie früher“ bedeutet, wissen Sie und weiß ich. Da genügt allein schon ein Blick in das 66seitige Hygienekonzept, das beschreibt, auf was wir weiterhin bei all unseren Tätigkeiten für wahrscheinlich noch viele Monate achten müssen.

Und dennoch stellt dieses Wochenende auch für mich eine Wendung dar:

Es war einmal ein Apfel und eine Nuss. Immer wieder schaute die Nuss ganz neidisch den Apfel an: Wie edel der aussah! Die Nuss kam sich dagegen sehr einfach vor. Sie hatte eine raue, harte Schale und war hässlich braun. Der Apfel dagegen leuchtete wunderschön glänzend rot und hatte eine zarte Haut. Das war doch irgendwie ungerecht, oder etwa nicht?! Und so platzte die Nuss plötzlich damit heraus: „Ich finde das gemein, dass ich nicht so sein kann wie du! Ich möchte keine dicke Schale haben, sondern deine feine Haut!“ Darauf sagte der Apfel ganz ruhig: „Ich bin ein Apfel und du eine Nuss. Das ist halt so.“

„Und warum muss das so sein?!“, wollte die Nuss beleidigt wissen. „Weil wir von zwei verschiedenen Bäumen abstammen: Du von einem Nussbaum und ich von einem Apfelbaum, ganz einfach.“ Gereizt fragt die Nuss weiter: „Was heißt denn Abstammen?“

Der Wind hat uns am Sonntagmorgen in St. Raphael ganz schön durcheinander gewirbelt und den Pfingstgottesdienst zu einer echten Herausforderung werden lassen. Gut, dass wir es mit viel Ruhe und Gelassenheit und einigen wenigen Schäden geschafft haben.

Ja, der Wind wurde auch oft an diesem Morgen als Metapher für den Geist Gottes bezeichnet, der weht und wirkt, und manchmal eben auch zur Aufgabe wird

Interessant ist, dass selbst wir Christen meinen, den Geist Gottes berechnen, zuordnen zu können. Ein Bischof sei es, der den Geist Gottes auf die jungen Menschen herabrufen könne, so ein Volksglauben. Um diesen Geist zu empfangen, bedürfe es einer bestimmten Vernunft, einer Klarheit im Kopf. Und ein geistvoller Menschen wiederum sei nicht nur klug, sondern er weiß auch, was für andere gut ist.

In den vergangenen 60 Tagen haben wir an das Leiden, den Tod, die Auferstehung, die Himmelfahrt und die Sendung des  Hl. Geistes gedacht, betrachtet und  gefeiert.

Nun sollte das, was wir liturgisch vollzogen haben, in die Praxis, den Alltag, in unserem Leben umgesetzt und gespiegelt werden.

Glaube ohne Werke, ohne Lebensrealität ist tot (!) und wirkt nicht nach. Auf ihn passt ein Schlagwort unserer Zeit:   Nachhaltigkeit!

Wie könnte diese aussehen?

»Liebe Schwestern und Brüder...«,

so beginnen viele Gottesdienste, Predigten und manchmal auch geistliche Tagesimpulse. Liebe Schwestern und Brüder, so haben wir es am Sonntag auch wieder auch wieder im Gottesdienst auf dem Kirchplatz von St. Raphael gehört, und dabei habe ich doch gar nicht mit meinen leiblichen Verwandten/Geschwistern dort zusammen gesessen.

Wir sprechen Menschen an, die vielleicht zu unserer Kirchengemeinde gehören, oft aber auch zu Hörern und Lesern, die wir gar nicht kennen. Ist das nicht eigentlich ziemlich schräg, wildfremde Menschen als seine Geschwister zu bezeichnen?

Kennen Sie Türöffner?

„Ja klar“ werden Sie denken, „drückt man drauf, es summt und die Tür geht auf“. Richtig!
Jede*r in einem Mehrparteienhaus Wohnende wird den Türöffner nicht nur kennen, sondern ihn als eine unerlässliche Selbstverständlichkeit betrachten.

Doch überlegen Sie mal weiter, wo uns Türöffner sonst noch so begegnen, meist völlig unbemerkt. Ganz viele Geschäfte haben einen, wir nähern uns der Tür , sie öffnet sich automatisch und wir können eintreten. Viele  Autoschlüssel ( oder das, was ganz früher mal ein Autoschlüssel gewesen ist… ) sind Türöffner, man nähert sich der Wagentür und sie entriegelt sich von selbst, die Vorstufe: man drückt auf den Schlüssel und es macht „möp-möp“ und die Tür ist auf.

Komm und störe

Wir feiern Pfingsten und da rufen wir besonders zum Heiligen Geist. Doch wenn wir Gottes Geist herabrufen, dann wollen wir in der Regel auch, dass er wirkt und das etwas geschieht, nicht zuletzt bei uns oder in uns selbst. Der lutherische Bischof Wilhelm Stählin (1883-1975) hat dazu folgendes betrachtet:

„Wir sollten nicht allzu selbstverständlich bitten, dass der Heilige Geist bei uns einkehren möge, weil der Heilige Geist, da wo er einkehrt und Wohnung nimmt, nicht nur seine Gaben mitbringt, sondern zugleich ein in hohem Maß unbequemer, ja störender Gast ist.

Der gleiche Heilige Geist, den wir mit Recht inbrünstig erbitten, ist zugleich die unheimliche STÖRUNG aller persönlichen und erst recht aller kirchlichen Sicherheit. Er ist der Angriff Gottes auf unsere Unlebendigkeit und Selbstgenügsamkeit. Er hat keinen Respekt vor aller verfestigten Institution, vor äußerer Ordnung, wenn sie zum Selbstzweck geworden ist.

Liebe Mitchristen im Wupperbogen,

ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes und geisterfülltes Pfingstfest.

Wenn man bedenkt, dass wir die halbe Fastenzeit und nun die gesamte Osterzeit mit Covid-19 gelebt haben, wird einem doch ein wenig anders...

Doch "anders" ist es gerade, was uns auf das Pfingstfest geradewegs hinführt: Es war alles anders damals, das Leben der Jüngerinnen und Jünger hat sich grundlegend verändert. War die Zeit mit Jesus eine Zeit wie im Traum, aufregend, neu, manchmal Furcht einflößend, so gab es nun kein Zurück mehr, der Geist Gottes ließ es nicht zu. Sie sprachen, und die Menschen hörten, sie sprachen und die Menschen verstanden.

Alles hat seine Zeit

 „Erdbeeren, Erdbeeren, endlich Erdbeeren!“ riefen die Kinder, als ich diese in dieser Woche mit in die OT brachte. Auch ich hatte mich beim Einkaufen gefreut, dass es nun endlich regionale Erdbeeren zu kaufen gab. In der letzten Zeit hatte ich schon einmal frischen Spargel bei Freunden gegessen und hatte mich darüber schon sehr gefreut.

„Alles hat seine Zeit“ das ist mir wichtig. Erdbeeren im Winter? Nicht mit mir! „Alles hat seine Zeit“ Eis und Wassermelone im Sommer, wenn es heiß ist; Äpfel und Kürbis in allerlei Variationen im Herbst und eine gemütliche Tasse Tee bei Kerzenschein oder ein Glühwein nach einem Winterspaziergang eben im Winter.

Ich schätze und liebe diesen Wechsel der Jahreszeiten mit allem, was dazu gehört. „Alles hat seine Zeit“.

Die Christen leben wie Gänse auf einem Hof

Die Christen leben wie Gänse auf einem Hof. An jedem siebten Tag wird eine Parade abgehalten, und der beredsamste Gänserich steht auf einem Zaun und schnattert über das Wunder der Gänse. Er erzählt von den Taten der Vorfahren, die einst zu fliegen wagten, und lobt die Gnade und Barmherzigkeit des Schöpfers, der den Gänsen Flügel und den Instinkt zum Fliegen gab.
Die Gänse sind tief gerührt, senken in Ergriffenheit die Köpfe und loben die Predigt und den beredten Gänserich.
Aber das ist auch alles. Eines tun sie nicht: Sie fliegen nicht, denn das Korn ist gut und der Hof ist sicher.
Sören Kierkegaard

Geht es uns in unserem Seelsorgebereich und in unsere Kirche momentan nicht tatsächlich zu. Die „Rückkehr zur Normalität“ wird propagiert, aber – um in der Sprache von Kierkegaards Parabel zu bleiben – die Parade wird kleiner, denn ein Teil der Gänse muss im Stall bleiben, weil sie zu der Risikogruppe gehören. Es wird also keine Normalität sein, so wie so vor der Coronazeit war.

Pfingsten ist für viele ein eher beiläufiger Feiertag, den man gerne mitnimmt, da er ein verlängertes Wochenende bereitet. Für mich persönlich, ist Pfingsten jedoch       der (!) Feiertag überhaupt, denn er spielt im Leben, im Alltag die größte und wichtigste Rolle. Weihnachten, Ostern, ja, sie sind für uns bedeutend, prägen aber nicht unbedingt unser Handeln, Denken und Streben. Doch gerade darin kann und will uns der Hl. Geist bestärken, der seit Taufe und Firmung in uns wohnt. Lassen wir ihn in uns wirken, fragen wir ihn um Rat und Hilfe, damit es uns gelingt, ein geistreiches und kein geistloses Leben zu führen. Spiritualität, ein geistgeleitetes Leben, diese Chance eines sinnvollen und zielgerichteten Lebensentwurfes ist uns durch den Hl. Geist geschenkt.

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