Pfarreiengemeinschaft

Wupperbogen-Ost

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Wir sind im Mai und nach katholischer Tradition wird Maria, die Mutter Jesu, in diesem Monat besonders verehrt. Nun hatte ich vor zehn Tagen den guten Hirten thematisiert, doch heute möchte ich kurz über das weibliche Gegenüber nachdenken: „Die göttliche Schäferin“. Ja, auch sie gibt es! Bei zunehmender Marienverehrung kam in der Barockzeit der Bildtypus der göttlichen Schäferin auf. Eine göttliche Schäferin aber klingt komisch und vielleicht hatte sie sich deshalb auch nicht weiter verbreitet. Aber letztlich wundert das Bild der göttlichen Schäferin für Maria nicht, da wir in unserer Kirche auch sonst viele dieser Analogien haben und sie sogar feiern, wie etwa: Christi Geburt – Mariä Geburt, Christi Himmelfahrt – Mariä Himmelfahrt, Herz Jesu – Herz Mariä, Christkönig – Maria Königin, usw.

Liebe Mitchristen,

manchmal bleibe ich hängen, kommt mir etwas komisch vor, möchte ich gern verstehen wie oder warum etwas ist wie es ist. Und dann kann ich hartnäckig sein…

So ging es mir gestern mit dem Lied „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“, mit dem wir unsere erste Heilige Messe nach dem Lockdown begonnen haben.

Meist bin ich nicht ganz so begeistert von den älteren Liedern, geb ich zu, manche Texte sind mir zu viel, zu schwer, zu verschwurbelt und auch zu fromm…., aber diese Lied find ich schön, in ein paar Strophen die Ostergeschichte erzählt, da hat man was.

Nadeschda Iwanovna G. war 18 Jahre alt, als sie von Russland nach Deutschland und schließlich nach Wuppertal-Langerfeld verschleppt wurde. Es war die Zeit des Faschismus, des Nationalsozialismus in Deutschland. Dieses rassistische, von der Vorstellung eines arischen Herrenmenschen geprägte System verachtete Menschen anderer Kulturen und Nationalitäten als minderwertig.

Nadeshda Iwanovna G. erfuhr dies am eigenen Leib, aber am eindrucksvollsten sind ihre Worte selbst:

Kokon

In einem unserer religiösen Ferienprogramme der OT Raphaelo, sprach ich mit den Kindern über die Verwandlung einer Raupe zu einem schönen Schmetterling. Dieses Ferienprogramm griff ein altes christliches Symbol für die Auferstehung Christi auf, den Schmetterling. Es beginnt mit der Raupe. Diese verpuppt sich nach einer Weile und ruht in einem fest verschlossenen Kokon, der wie tot wirkt. In diesem Kokon aber geschieht eine wunderbare Verwandlung. Zuletzt kriecht aus dem Kokon ein schöner Schmetterling und flattert fröhlich davon.

Der Kokon ist für mich ein Bild für unsere momentane Situation. Um die Verbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, meiden wir Direktkontakte, halten Abstand, ziehen uns in unsere Wohnungen und Häuser zurück, - wie eine Raupe um sich herum einen schützenden Kokon spinnt und sich von der Umwelt abschottet.

In den vergangenen Tagen, bedingt durch das Verbot öffentlicher Gottesdienste, musste ich wieder einmal an das Evangelium vom Gespräch Jesu mit der Samariterin am Jakobsbrunnen denken.

In diesem Dialog macht der Herr eine grundlegende Aussage: „Es kommt eine Zeit, da Gott weder im Tempel zu Jerusalem noch in den Heiligtümern Samariens angebetet wird.“

Gott braucht kein Haus, um in dieser Welt gegenwärtig zu sein!

Gottesdienst bedarf keines Hauses um geleistet zu werden, denn Gottesdienst ist alles, was wir aus der Liebe zu ihm und aus der Gewissheit seiner Existenz heraus tun.

Mit anderen Worten, wenn wir ihn aus dem Geist heraus anbeten und ihm dienen!

Und das kann überall und auf verschiedenster Art und Weise geschehen!

Liebe Leserin, lieber Leser,

während der Bauphase des Kindergartens in St. Raphael, traf ich auf einen Mitarbeiter der Firma, die die Zäune errichtete. Er sprach nur wenig Deutsch und etwas Englisch, stammte aus Syrien. Wir kamen ins Gespräch auf seine Frage, was das denn hier für eine Kirche sei. Ich antwortete ihm, es sei eine katholische Kirche. „Ja“ sagte er, „ihr seid Christen, nicht wahr?“. „Ja, richtig“, antwortete ich, „und die Kirche ist der Versammlungsort unserer Gemeinde zum Gebet.“ Er erklärte mir dann, dass er den Alawiten angehört. Die gehören zur Familie des Islam, pflegen aber nicht das Gebet und haben keinen gemeinsamen Versammlungsort. Der Alawismus sei näher am Schamanentum, esoterisch ausgerichtet. Das sei einer der Unterschiede zu den meisten islamischen Gemeinschaften. Worin denn der Unterschied zwischen katholisch und evangelisch bestehe, fragte er mich. Uff – ich könnte jetzt mit ‚Realpräsenz‘ und ‚Sakramenten‘ und ‚Heiligkeit‘ anfangen, aber ich wusste sofort, dass es schier unmöglich ist, mit dem geringen geteilten Wortschatz diese „wesentlichen“ Punkte zu erklären (wenn ich es überhaupt erklären könnte…). Und so konnte ich lediglich die Tatsache der Verschiedenheit bestätigen, die er ja offenkundig schon kannte.

Hallo miteinander,

ich gebe es ganz unverhohlen zu: Manchmal sehe ich alles schwarz und weiß. Da gibt es das Gute auf der einen, das Schlechte auf der anderen Seite. Ein Film gefällt mir oder gar nicht. Ein Buch ist gut oder blöd. Ein Mensch lieb oder böse.

Natürlich weiß ich, dass die Welt nicht schwarz-weiß ist. Es macht die Sache nur manchmal so einfach – scheinbar. Denn bei genauer Betrachtung stelle ich fast immer fest: Meine starre Einteilung ist falsch. Es gibt nicht nur zwei Extrema, sondern viele Nuancen dazwischen. „Die Dinge sind nicht immer einfach schwarz oder weiß“, hat die britische Schriftstellerin Doris Lessing (1919-2013) mal gesagt. Recht hatte sie.

Und dennoch ist es okay, die Dinge auch mal schwarz-weiß zu sehen – solange wir uns bewusst sind, dass wir dies nur tun, um die Komplexität, die uns umgibt, für einen Moment etwas einfacher zu gestalten, um sie besser zu verkraften. Und: Solange wir nicht in dieser Sichtweise verharren!

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